Formation schlüpft in Rolle des Jägers

OLDENBURG/LUDWIGSBURG Dieser Auftritt macht Lust auf mehr: Nur ganz knapp ist die Standardformation des TCH Oldenburg beim Start in die Tanzsaison in der 1. Bundesliga am vierten Platz vorbeigeschrammt. Das Team von Trainer Holger Jäckel reihte sich in Ludwigsburg zwar wie bei allen Turnieren der Vorsaison und bei den beiden vergangenen Deutschen Meisterschaften auf Rang fünf ein, erhielt aber beim Votum der sieben Jurymitglieder erstmals drei Viererwertungen.

„Einfach phänomenal – ich bin hellauf begeistert“, sagte Jäckel, dessen Team mit drei Vieren und vier Fünfen ganz dicht an den viertplatzierten TSC Rot-Gold Casino Nürnberg (4545445) heranrückte. Hinter dem TCH landeten mit klarem Abstand die B-Formationen von TSC Schwarz-Gold Göttingen und Braunschweiger TSC sowie der Club Saltatio Hamburg, die sich mit dem Einzug ins Kleine Finale begnügen mussten.

„Das war eine gute und solide Vorrunde, aber es hat mich nicht geflasht“, meinte Jäckel zum ersten Auftritt seines Teams, das aber im Unterschied zu allen Turnieren der vergangenen eineinhalb Jahre diesmal von allen sieben Wertungsrichtern ins Große Finale geschickt wurde. „Sonst war es immer knapp, diesmal völlig eindeutig“, freute sich Jäckel über das klare Juryvotum.

In einem „intensiven und emotionalen Gespräch“ vor dem Großen Finale versuchte Jäckel, die letzten Prozente aus seiner Formation herauszukitzeln – und hatte Erfolg. Mit Kraft und hoher Intensität tanzte das TCH-Team voll auf Angriff. Die Präsentation der gefühlvollen Choreografie zum Thema „Spirit of Enya“ riss das Publikum mit und überzeugte fast auch eine Mehrheit der Wertungsrichter. Während die A-Formation aus Braunschweig den gastgebenden 1. TC Ludwigsburg distanzierte und das B-Team aus Göttingen wie gewohnt sicherer Dritter wurde, behaupteten die Bayern ihren vierten Platz nur hauchdünn.

„Jetzt haben wir ein realistisches Ziel für unser Heimfestival“, blickte Jäckel schon auf das zweite Saisonturnier am 17. Januar (Sonnabend, 18 Uhr, Sportarena der Universität) in Oldenburg. „Bislang waren wir eher die Verfolgten und mussten unseren fünften Platz behaupten“, meinte der TCH-Trainer und ergänzte: „Jetzt sind wir die Jäger – das ist eine ganz andere Denke.“ Der Blick geht nach vorne, nicht mehr nach hinten.

(NWZ vom 5.1.2015, Jan zur Brügge)