Neuer Weltmeister inspiriert TCH

Generalprobe: Die Standardformation des TCH (hier im Stellproben-Outfit) zeigt eine gefühlvolle Choreographie.
Generalprobe: Die Standardformation des TCH (hier im Stellproben-Outfit) zeigt eine gefühlvolle Choreographie. Bild: Remmers

OLDENBURG Niemanden geringeren als den Weltmeister hat sich die Standardformation des TCH Oldenburg bei der Gestaltung ihres Programms für die neue Saison zum Vorbild genommen. „Spirit of Enya“ lautet das musikalische Thema, mit dem die Mannschaft an diesem Wochenende bei der Deutschen Meisterschaft in Ludwigsburg Publikum und Wertungsrichter in den Bann ziehen will.

„Wir gehen jetzt einmal einen anderen Weg“, sagt TCH-Trainer Holger Jäckel und setzt „mehr auf Weichheit und Eleganz statt auf riesengroße Effekte“. Er sei schon jahrelang Fan der irischen New-Age-Musikerin und Sängerin Enya, die nicht nur durch ihre gefühlvolle Musik zur Filmtrilogie „Herr der Ringe“ weltbekannt ist.

„Das ist die Richtung, die unser Weltmeister vorgibt“, sagt Jäckel über das neue Programm, dass er mit der berühmten Choreographien Ariana Schießler erarbeitet hat. Mit ihrem ausdrucksstarken Auftritt unter dem Titel „In constant touch“ hatte die A-Formation des Braunschweiger TSC Anfang November vor heimischer Kulisse im Finaldurchgang den Titelverteidiger Vera Tyumen aus Russland distanziert und zum zehnten Mal den WM-Titel gewonnen.

Der TCH, der nach dem Aufstieg in die Eliteklasse vor einem Jahr als Formationsgemeinschaft mit dem TSC Blau-Gold Nienburg bei der DM den fünften Platz belegt und diesen in der anschließenden Bundesliga-Saison in starker Manier bestätigt hatte, trägt das Team nun wieder alleine. Einige Nienburger gehören weiter zum Team, das zudem Verstärkung aus Kiel, Hamburg, Bremen und Delmenhorst erhalten hat.

„Wir haben noch einmal einen Riesensprung gemacht“, sagt Jäckel nun, war sich bis vergangenen Sonntag aber noch nicht ganz so sicher gewesen. Zum Abschluss eines 16-Stunden-Trainingswochenende platzte bei der DM-Generalprobe vor Familie und Freunden aber „der berühmte Knoten“, erklärt Jäckel. Mit stehenden Ovationen wurde das Team in Richtung Deutsche Meisterschaft verabschiedet.

Los geht es für die TCH-Delegation an diesem Freitag nach Baden-Württemberg, wo am Abend das Abschlusstraining im Vereinsheim des 1. TC Ludwigsburg stattfindet. Der Gastgeber der Deutschen Meisterschaft belegte bei der WM den dritten Rang.

An der Weltmeisterschaft nehmen jedes Jahr die beiden besten deutschen Teams teil. Hinter Braunschweig und Ludwigsburg belegte vor einem Jahr die A-Formation des TSC Schwarz-Gold Göttingen Rang drei bei der DM und in der Bundesliga. Zudem lag der TSC Rot-Gold Casino Nürnberg vor der jeweils fünftplatzierten Formationsgemeinschaft Nienburg-Oldenburg.

An der Reihenfolge auf den ersten drei Plätzen dürfte sich diesmal nichts ändern, prognostiziert Jäckel und will mit dem TCH nun mindestens Platz fünf bestätigen. „Ob bei uns die eine oder andere Vier auftaucht, müssen wir abwarten – wir sind auf jedem Fall gut vorbereitet“, sagt Jäckel und hofft, dass das weltmeisterlich angehauchte Thema in Ludwigsburg alle überzeugt.

(Quelle NWZ vom 14.11.2014 von Jan zur Brügge)