TCH-Teams liebäugeln mit Aufstieg

Tanzen Latein-A-Formation zeigt Galavorstellung in Regionalliga – B-Team überrascht in Oberliga

Das Formationsfestival lockte 1000 Zuschauer in die Uni-Sportarena. Die Organisatoren des TCH waren sehr zufrieden.

von Alex Dimitriou

Oldenburg – Als die fünf Wertungsrichter ihre Ergebnistafeln in die Höhe streckten, gab es für die Lateintänzer des Tanzclubs Harmonia (TCH) samt Anhang kein Halten mehr. Soeben hatte die Regionalliga-Nord-Formation um Trainer Angelo Adler den dritten von insgesamt fünf Wettkämpfen vor heimischer Kulisse beim Formationsfestival in der Uni-Sportarena gewonnen – und das einstimmig mit fünf Bestnoten (11111) im Großen Finale.

Die direkten Verfolger im Kampf um den Aufstieg, der TSK Bucholz A (32222) und der Grün-Gold-Club Bremen C (23332), mussten die tänzerische Qualität des TCH-A-Teams anerkennen und sich mit den Plätzen zwei und drei begnügen. „Das war ein riesiger Schritt für meine Mannschaft in Richtung Aufstieg. Sie hat mit Abstand ihre beste Saisonleistung gebracht“, freute sich Adler.

Intensives Training fruchtet
Dabei hatte sich bereits in der Vorrunde abgezeichnet, dass die letzten Wochen mit intensivem Training bei den Lateintänzern fruchten sollten. Souverän absolvierte der TCH am Sonntag vor gut 600 Zuschauern zu den Klängen von Queen sein Programm und holte sich die nötige Sicherheit für das Große Finale. „Meine Formation hat die Vorgabe, mit viel Respekt und Konzentration zu tanzen, gut umgesetzt – um dann in der Endrunde noch mal eine Schippe draufzulegen“, erklärte Adler. Und der Tanzlehrer sollte recht behalten.

Sein Team brachte in Anlehnung an den Queen-Hit „A Kind Of Magic“ magische Momente aufs Parkett, wobei gerade die gelungene komplizierte Pirouette zum Auftakt den TCH gar zu einer Galavorstellung mit Gänsehautgefühl beflügelte. Traumwandlerisch sicher tanzten sich die Oldenburger unter dem neben der Tanzfläche wild gestikulierenden Adler von Bild zu Bild und übertrafen sich selber.

„Es hat einfach Zoom gemacht“, lobte Adler sein kompakt tanzendes Team über den grünen Klee. Er bestand jedoch darauf, dass das starke Ergebnis nicht am Heimvorteil gelegen habe. „Bei uns ist es vom Hobby in professionellen Sport übergangen. Mehr geht einfach nicht.“ Die A-Formation des TCH reist nun als alleiniger Tabellenführer zum nächsten Turnier nach Buchholz, bevor die Turnierserie in Norden zu Ende geht.

Grund zur Freude hatte tags zuvor auch die B-Formation des TCH gehabt, die mit der dritten Oldenburger Mannschaft im Bunde, der „TSA Creativ“ im GVO, in der Oberliga Nord Gruppe B an den Start ging. Während die erst seit September letzten Jahres formierte „TSA Creativ“ um das Trainertrio Jan Ehlers, Melanie Ehlers-Fromme und Mike Bühring wie zum Saisonstart den letzten Platz verbuchte, gelang der TCH-Formation des mittanzenden Trainers Sascha Janzen in Kooperation mit Co-Betreuerin Franziska Becker eine Leistungssteigerung. So erreichte das TCH-B-Team vor 400 Besuchern einen hervorragenden zweiten Platz (32422) hinter der TSG Bremerhaven B (11111) und vor dem TSK Bucholz B (43253).

Publikum spornt an
„Wir haben uns von unserem tollen Publikum tragen lassen und nur auf uns geschaut“, bilanzierte Janzen, der sich mit seiner Mannschaft nach einem dritten und nun zweiten Rang auf dem besten Weg in Richtung Aufstiegsturnier befindet.

Ebenso auf dem Parkett standen ohne Oldenburger Beteiligung zum Auftakt des Formationsfestivals, das insgesamt 1000 Zuschauer sahen, die Standardtänzer der 2. Bundesliga Nord. Dort gewann Blau-Weiß Berlin A vor dem TSC Rot-Gold-Casino Nürnberg B und dem B-Team des Braunschweiger TSC.

Dabei ließ es sich TCH-Trainer Holger Jäckel, der mit seinem Standardteam noch in der höchsten deutschen Klasse tanzt, nicht nehmen, einen Blick auf den Wettkampf zu richten. „Berlin hat verdient gewonnen. Ich bin jedoch ein wenig traurig, dass wir uns als Erstligist vor eigenem Publikum nicht mit den Gegnern messen durften“, sagte Jäckel. Aber immerhin sorgte seine Bundesliga-Formation, außer Konkurrenz tanzend, im Rahmenprogramm für Genuss und rundete die gelungene Veranstaltung ab.

„Wir haben einen tollen Wettkampf über zwei Tage gesehen und sind sehr stolz über die guten Ergebnisse“, sagte TCH-Pressewartin Mareike Backhaus zufrieden. „Auch im nächsten Jahr werden wir durch die Strahlkraft unserer Veranstaltung viel Publikum anlocken.“

Quelle: NWZ-Online